Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Ab Morgen geht der Handel am Deutschen Aktienmarkt wieder los. Dabei verbleiben dem DAX(ISIN DE0008469008 | WKN ) nur noch drei Handelstage im Jahr 2017. Während in den USA bereits heute wieder gehandelt wurde, ist der DAX noch im Weihnachtsurlaub. Doch was ist überhaupt noch an den letzten Handelstagen des Jahres zu erwarten? Dies beantworte ich nach einem kurzen Rückblick auf die Trading-Ideen der Vorwoche.

Rückblick auf die Woche vor Weihnachten

Kurz vor Weihnachten hatten die meisten Marktteilnehmer ihre letzten Orders in den Markt gegeben. Denn traditionell steht mit Weihnachten und den Feiertagen vor dem Jahreswechsel hier eine längere Auszeit an, die mit Freunden und Familie geteilt wird. Es wurde somit eng für die Bullen im DAX, denn die Zeit für eine Jahresendrally verrann. So titele ich auch vor einer Woche „“ mit diesem dafür notwendigen Szenario:

Chartrückblick auf die Vorwoche im DAX
Rückblick auf Vorwochenanalyse DAX: Barrieren der Bullen

Gleich zum Wochenstart konnte sich der DAX über diese zwei Barrieren bewegen und damit ein positives Signal setzen. Denn damit wurde die seit Wochen andauernde Range verlassen:

DAX-Erwartungen vor dem Jahreswechsel sahen gut aus
Erster Ausbruch zum Vorwochenstart im DAX

Entsprechende Stopp-Orders setzten Momentum frei und trieben den DAX an jenem sehr starken Montag um 1,6 Prozent auf das Niveau von 13.331 Punkten. Es sah in der Tat zum Wochenstart nach Ausbruchsmodus aus. Doch dann kam nicht mehr viel nach. Der Dienstag konnte leicht anknüpfen, aber das Hoch nur um 7 Punkte überbieten. Mit einer leicht schwächeren Wall Street im Nacken gaben dann auch die Kurse schnell wieder nach und näherten sich dem Ausbruchsniveau am Dienstag. Kein Problem erst einmal, wenn man es als Pullback versteht – doch es wurde später mehr als dies.

DAX-Erwartungen vor dem Jahreswechsel: Pullback
Pullback zur Wochenmitte im DAX

Bereits der Mittwoch lies dann wieder die Bären ans Steuer, oder anders formuliert: Der Weihnachtsmann packte seinen Schlitten aus und rutschte auf der DAX-Kurve nach unten. Damit wurde das GAP vom Montag nicht nur angerissen, sondern akribisch genau auch gleich am Mittwoch geschlossen. Folgendes Schaubild soll dies illustrieren:

DAX-Erwartungen gescheitert nach Rückfall in Range
GAP-close im DAX und Rückfall in die Range

Im selben Chartbild ist auch die Unterstützung zu sehen, die bereits am Donnerstag/Freitag vor dem Verfallstag am 15.12. von den Marktteilnehmern eingezogen wurde. Sie liegt bei 13.010 Punkten etwa und war dann am Donnerstag auch das Ziel auf der Unterseite. Erneut bot der Bereich Halt und war hier für eine Trading-Idee entgegen dem Trend, also in Richtung der Trendlinie long gut. Dies stellte ich auf  als antizyklisches Trading wie folgt dar:

Die Handelswoche endete mit einem kleinen Minus bei 13.072 Punkten und hielt den Monat Dezember somit noch minimal im Plus. Die jeweiligen Monatsentwicklungen finden Sie übrigens :

Auswertung der historischen Performance im DAX
Monatliche Performance des DAX

Das Handelsvolumen schwächte sich dabei stark ab und betrug am Freitag nur noch die Hälfte vom „Ausbruchstag“ des Montags. Was kann man somit für die letzten Handelstage des Jahres erwarten?

Mein „letzter“ Ausblick für 2017

Wie in der Monatsübersicht zu sehen, ist von Jahresendrally im DAX keine Spur mehr zu sehen. Der Gewinn aus Oktober wurde im November gänzlich aufgezehrt und der Dezember kommt nicht nachhaltig in Schwung. Damit ist er im großen Bild durch den Rückfall unter 13.210 wieder in seine Range eingelaufen, in der er sich seit Wochen aufgehalten hatte:

Rückfall in alte Range, Jahreserwartungen gedämpft
DAX in alte Range zurückgefallen

Range-Trader können hierbei von einem „Ping-Pong-Spiel“ in der Range profitieren. Soll heißen: Aktivitäten beziehen sich jeweils in Richtung der Range-Kanten und von diesen weg. Konkret sind es diese Marken:

  • Oberseite 13.210 als Range-Kante im DAX (gelber Bereich)
  • Unterseite 12.85x als Range-Kante im DAX (gelber Bereich)
DAX-Range, Jahreserwartungen gedämpft
Erwartungen zum Jahresende im DAX

Mehr als ein Range-Trading wird es wohl aus eigener Kraft nicht. Hierzu fehlen vermutlich die Impulse an den verbleibenden Handelstagen und vor allem impulsgebende Wirtschaftstermine.

Dennoch sollte man den Markt auch an den letzten drei Handelstagen im Blick haben. An dieser Stelle sei noch ein herzlicher Dank für Ihr Interesse in diesem Jahr und einen besinnlicher Jahresausklang im Trading gewünscht!

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem und auf seinem Blog

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / markteinblicke.de / Pressefoto Deutsche Börse AG

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